Funknetzplanung und Optimierung

 Im Rahmen der Funknetzplanung werden folgende Tätigkeiten durchgeführt:

  • Die Funknetzplanung (gemeinsame Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern des BM.I und Tetron) ermittelt die zur Erreichung des geforderten Versorgungsgrades (Netzabdeckung) die am besten geeigneten Standorte auf einem Planungstool (Rechner-Simulation). Zusätzlich werden viele der geplanten Standorte noch vor der Realisierung mit Hilfe von Testsendern gemessen und die gewonnenen Messdaten zur Verfeinerung der Rechnersimulation verwendet.
  • Die Berechnungen werden mit den vom jeweiligen Bundesland gemeldeten potenziellen Funkstandorten sowie bestehenden Sendestationen (Funkdienste, Mobilfunkbetreiber, ORS) abgestimmt. Wo keine entsprechende Infrastruktur besteht werden in enger Zusammenarbeit mit der Standortakquise sogenannte „Green Field“ Standorte geplant.
  • Eine weitere wesentliche Aufgabe ist die Frequenzplanung. Dabei müssen alle in der Funkbewilligung vorgegebenen Auflagen (z.B. Koordination mit den Nachbarstaaten) eingehalten werden. Nur durch eine optimale Frequenzplanung kann der störungsfreie Betrieb auch an exponierten Einsatzorten (z.B.: Rettungshubschrauber, Polizeiboote, Bergrettung, usw.) sichergestellt werden.
  • Meldung der verwendeten Frequenzen der einzelnen Funkstandorte an das BMVIT und enge Zusammenarbeit mit den einzelnen Funküberwachungsstellen.
  • Im laufenden Betrieb des BOS Digitalfunk-Netzes übernimmt die Funknetzplanung die Entstörung von HF-Problemen, erstellt Air-Interface Analysen (z.B. bei Großveranstaltungen wie bei der Fussball-EM2008) und ist die Anlaufstelle für Sharing-Anfragen von anderen Netzbetreibern.
  • Nach Errichtung der Sendestandorte (bzw nach der Adaptierung von bestehenden Funkstandorten) wird das Funksystem bezirksweise optimiert, d.h. es erfolgt eine Überprüfung der Funkversorgung (Feldstärke, MER), die Überprüfung der Nachbarschaftsbeziehungen der einzelnen Senderstandorte zueinander und die optimale Einstellung der Parameter für das Handover zwischen den einzelnen Basisstationen. Für diese Zwecke stehen der Funknetzplanung 3 speziell ausgerüstete Messfahrzeuge zur Verfügung.

 

 

Netzdesign

 Aufgaben im Netzdesign:

  • Aufbau der zentralen Vermittlungseinrichtungen
  • Dimensionierung der Kapazität der Vermittlungseinrichtungen anhand der benötigten Basisstationen für das jeweilige Bundesland, welche von der Funknetzplanung ermittelt werden
  • Dimensionierung von Schnittstellen und Anbindung von Gateways zur Kommunikation mit Leitstellen
  • Berücksichtigung des Bedarfs an Dispatcher-Arbeitsplätzen in den einzubindenden Leitstellen der verschiedenen Nutzerorganisationen
  • Festlegung von Parametern zur Steuerung des Verhaltens des Netzes
  • Festlegung und Prüfung von klimatischen, elektrischen und sicherheitsrelevanten Gegebenheiten zur Unterbringung des Equipments (Standortbestimmung)
  • Prüfung von neuen Kundenapplikationen vor der Betriebsaufnahme im „Echtsystem“
  • Analyse der Auslastung des Systems und Erarbeitung technischer und organisatorischer Massnahmen gemeinsam mit den Nutzergruppen um eine effiziente Nutzung der vorhandenen Systemresourcen zu gewährleisten.
  • Interface zum Systemlieferaten Motorola im Falle von Sytemänderungen

 

 

Roll Out

Der Prozess umfasst alle erforderlichen Schritte zur Errichtung des Funknetzes:

  • Funknetzplanung
  • Standortakquisition
  • Durchführung von bautechnischen Begehungen,
  • Erwirkung der erforderlichen behördlichen Genehmigungen (Einreichplanungen, naturschutzrechliche Bewilligungen, Ausführungsplanungen)
  • Errichtung der Standorte bzw. Adaptierung von bestehenden Standorten und der Leitungsanbindung (GBN)
  • Installation und Integration der Basisstation am Funkstandort
  • Abnahme der Arbeiten am Standort und technischen Optimierung
  • Abschließende funktechnische Abnahme

Die Qualität des BOS Digitalfunk-Netzes wird im Zug der funktechnischen Abnahme nach Errichung und Inbetriebnahme des Funknetzes bewertet.

Folgende Kriterien kommen dabei zur Anwendung:

  • Versorgungsgrad, gegeben durch Orts-/Zeitwahrscheinlichkeit (%)
  • Sprachverständlichkeit (mittels „Voice-Quality-Tool“)
  • Bei der abschließenden Bewertung, werden – unter Einbeziehung von Rückmeldungen der Endnutzer – eventuell erforderliche Optimiermaßnahmen eingeleitet.

 

Applikationen

Neben den Sprachdiensten sind es Datendienste, die den besonderen Mehrwert des TETRA Standards und des BOS-Austria Digitalfunknetzes ausmachen

Arbeitsfelder:

  • Optimale Einsatzabwicklung durch Übertragung von Statusmeldungen („frei über Funk“, „in Anfahrt zum Einsatzort“, etc.) mittels einfachen Knopfdruck am Funkgerät oder die Übermittlung von Einsatzdaten per SDS (Short Data Service – ähnlich der SMS im GSM Netz) an die Einsatzkräfte.
  • Übertragung von GPS-Positionsdaten für eine effiziente Fahrzeugdisposition oder für eine Lokalisierung von Einsatzkräften in Gefahrenmomenten (Bergrettung, Feuerwehr bei Waldbränden, etc.)
  • Paketdatendienste, welche über das BOS-Austria Digitalfunknetz abgewickelt werden, können eine Vielzahl von Informationen (Datenbankabfragen, Einsatzprotokollübermittlung, etc.) übertragen
  • Die notwendige Zertifizierung von Applikationen und Produkten unterschiedlicher Hersteller für das BOS-Austria Digitalfunknetz stellt sicher, dass bei diesen Geräten alle notwendige Basisfunktionen überprüft werden. Somit wird die Betriebssicherheit des Gesamtsystems garantiert um die Kundenerwartungen erfüllen zu können. 
  • Erst wenn eine Applikation zugelassen ist (Zertifizierungsprozess) können an den jeweiligen Schnittstellen des BOS-Austria Digitalfunknetz die erforderlichen Freischaltungen und Konfigurationen für die Nutzung durchgeführt werden
  • Nach der Implementierung der Applikation und dem Nachweis über die einwandfreie Funktion – gemeinsam mit dem Kunden und dem Applikationshersteller – wird die Freigabe für den Betrieb gemeldet. Danach übernimmt der Betrieb den Support für die entsprechenden Schnittstellen und deren Funktionalität.